Über uns

Die MINOX – ein Geniestreich mit Langzeitwirkung!

Walter Zapp, der Erfinder der Kleinstbildkamera MINOX, geboren am 4. September 1905 in Riga (Lettland), gestorben am 17. Juli 2003 in der Schweiz

Viele herausragende Leistungen wurden in der Welt der Fotografie durch einzelne Persönlichkeiten initiiert und zu großen Erfolgen. Daquerre, Petzval, Georg Eastman und Dr. Edwin Land sind einige Namen, die dafür beispielhaft angeführt werden können. Die Geschichte der MINOX GmbH ist dabei unzertrennlich mit dem Namen des Deutsch-Balten Walter Zapp verbunden. Der legendäre Konstrukteur schrieb 1936 mit der revolutionären Erfindung der MINOX Kleinstbildkamera Fotogeschichte. Er fertigte den Prototyp einer Kamera, kleiner als eine Zigarre und leichter als ein Feuerzeug - ein Geniestreich mit Langzeitwirkung! Mit der Konstruktion der vor allem als Spionage-Kamera weltweit berühmt gewordenen MINOX legte Zapp zugleich den Grundstein für die Entstehung des gleichnamigen hessischen Traditionsunternehmens. Seither gilt die Marke MINOX als Synonym für die Miniaturisierung von Spitzentechnologie, für höchste Objektivqualität, robuste Mechanik und einfache Bedienung.

Zapps Ideenreichtum und eine schier unermüdliche Schaffenskraft ließen auch später eine Vielzahl von optischen Präzisionsinstrumenten entstehen und ihren geistigen Vater als einen der großen Visionäre und Pioniere in die Geschichte der Fototechnik eingehen. 1905 in Riga (Lettland) geboren, verstarb Walter Zapp im 98. Lebensjahr im Juli 2003 in der Schweiz.


Das MINOX Image-Video auf deutsch hier herunterladen (.mov 655 MB)




1936 gelang dem jungen Konstrukteur mit dem Bau der winzigen Ur-MINOX die Verwirklichung eines großen Traumes – die Miniaturisierung der Fotokamera. Trotz geringster Abmessungen – die MINOX konnte mühelos in einer Faust verschwinden – lieferte der voll funktionsfähige Prototyp bereits Bildergebnisse von hervorragender Qualität. Nur zwei Jahre später wurde diese Kamera in einer überarbeiteten Version als so genannte Riga MINOX in der Hauptstadt Lettlands vom staatlichen Elektrogerätewerk VEF in Serie gebaut und ab dem 12. April 1938, zufällig im 100. Jahr der Fotografie, auf den Weltmarkt gebracht. Das beliebte 8x11 mm Negativformat, für das noch heute in Wetzlar hoch präzise und kompakte Kleinstbildkameras von Hand gefertigt werden, war geboren.

Im März 1941 flüchtete Walter Zapp in den Westen. Mit etwas Glück erreichte er Deutschland, die Ur-MINOX, die Riga MINOX (das erste Serienmodell) und das Holzmodell in der Tasche. Bis zur Einstellung der Fertigung hatten insgesamt ca. 17.500 Kleinstbildkameras das Werk verlassen.


1945 wurde die MINOX GmbH Wetzlar gegründet. In den folgenden Jahren wurde die Konstruktion der MINOX nochmals optimiert. Wieder wurde ein finanziell starker Teilhaber gesucht und mit dem Zigarrenkonzern Rinn & Cloos (R&C) in Heuchelheim gefunden. Ende 1948 erfolgte der Umzug in die neu eingerichteten Fertigungsstätten in Heuchelheim bei Gießen. Mit der MINOX A wurden die ersten MINOX Kleinstbildkameras nach dem Krieg gefertigt.

1950 verließ Walter Zapp nach erheblichen Differenzen mit R&C das Werk MINOX. Die MINOX Kleinstbildkamera erlebt unterdessen eine stetige Aufwärtsentwicklung. 1951 beschäftigte MINOX bereits 180 Mitarbeiter. Hunderte von Photohändlern ließen ihre Mitarbeiter bei Werkslehrgängen im MINOX System ausbilden. Die MINOX hielt im In- und Ausland Einzug in die führenden Fachgeschäfte. MINOX war einer der wenigen Kamerahersteller, der alle Teile, vom Verschluss bis zur Optik, selbst produzierte. Weit über 1.000 Arbeitsgänge waren erforderlich, um die vielen Einzelteile herzustellen. 1955 war die Zahl der Beschäftigten auf 560 Feinmechaniker, Optiker, Ingeniere und Kaufleute angewachsen. Interessenten mussten oft Wochen oder Monate auf Ihre MINOX warten. Der große Wurf gelang MINOX mit der MINOX B, dem verbesserten Nachfolgemodell der MINOX A. Die MINOX B avancierte in ihrer 14-jährigen Produktionszeit zum Bestseller. 1969 begann bei MINOX mit dem C-Modell auffallend früh das Elektronik-Zeitalter. Die MINOX C war die erste Kamera ihrer Art mit elektronischer Belichtungsautomatik. Als erste Schnappschuss-Kamera erzielte auch sie außerordentlich gute Verkaufserfolge. Auf der photokina 1974 wurde die MINOX 35 EL als kleinste Kleinbildkamera vorgestellt und ab dem Frühjahr 1975 ausgeliefert. Der Erfolg des Kompaktmodells mit Zeitautomatik und versenkbarem, vierlinsigem Qualitätsobjektiv war überwältigend. Die Kamera fand so reißenden Absatz, dass MINOX jahrelang die Nachfrage kaum decken konnte.

In den folgenden Jahren wurden sowohl die Kompaktkameras als auch die Kleinstbildkameras konsequent weiterentwickelt und einer Modellpflege unterworfen. Doch die Konkurrenz im Bereich Kompaktsucherkameras wuchs stetig. Die Japaner drängten mit Elektronik-Produkten auf den Markt. Zudem wirkten sich das fallende Preisniveau, verbunden mit den hohen Produktionskosten in Deutschland sowie der fallende Dollarkurs negativ auf die Absatzzahlen aus. Ab 1981 geriet MINOX in immer größere Schwierigkeiten. Von den ehemals 750 Mitarbeitern musste ein Viertel freigesetzt werden. Dennoch musste am 21. November 1988 beim Amtsgericht Gießen ein Vergleichsantrag gestellt werden. Unter der Leitung der Konkursverwaltung wurde die Belegschaft auf knapp 300 reduziert und eine Reihe weitreichender Maßnahmen umgesetzt. So wurde Walter Zapp ein Vertrag als MINOX Konstrukteur angeboten, der dem berühmten Begründer der Marke MINOX bis zu seinem Tod am 17.07. 2003 Beschäftigung brachte und einem versöhnlichen Wendepunkt in seinem überaus ereignisreichen Leben gleichkam.

Von den Altlasten befreit, waren die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt. Die MINOX GmbH produzierte weiter und wurde am 1. April 1996 von der Leica Camera Gruppe als selbständiges Unternehmen übernommen. Die Geschäftsführung wird einem jungen Management übertragen. Am 1. April 2001 übernimmt der neue MINOX Geschäftsführer Thorsten Kortemeier das Unternehmen im Rahmen eines Management Buyout.

Durch ein hohes Maß an Flexibilität konnte auch die neue MINOX GmbH, die sich 2005 von ihrem Mitgesellschafter Leica Camera AG getrennt und zu 100 Prozent verselbständigt hat, ihre Aktivitäten und somit die Erträge systematisch ausbauen.

In erster Linie zwar immer noch als Hersteller der berühmten Spionagekameras bekannt, setzt MINOX inzwischen vor allem auf neue Produkt-Linien wie Fernoptik, Messinstrumente, Multimedia-Technik und Digitalkameras. Auch als hochwertige Prämien und Werbegeschenke sind die kleinen aber feinen Produkte von MINOX immer mehr gefragt. Größtes Zugpferd ist die Sportoptik. Mehrfach wurde MINOX für eine gelungene Fernglas- Entwicklung mit Designpreisen - darunter der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland - ausgezeichnet.