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Bannertier im Juni: Das Landkärtchen

Das Landkärtchen  ist ein mittelgroßer Schmetterling, der in ganz Mitteleuropa vorkommt und nicht selten ist.  Die Spannweite beträgt drei bis vier Zentimeter. Sehr interessant ist er wegen seines  Saison-Dimorphismus. Das muss man erklären: Der Falter tritt in zwei sehr unterschiedlichen Färbungen auf. Sie unterscheiden sich so deutlich, dass man, wenn man es nicht besser weiß, jede Farbvariante für einen andere Art halten könnte. Selbst Experten hielten beide Generationen für verschiedene Arten, bis man die Lebensweise der Landkärtchen genauer unter die Lupe nahm und herausfand, dass je nach Jahreszeit Landkärtchen anders aussehen. Die Generation, die im Frühjahr schlüpft, ist leuchtend braunorange gefärbt. Im Sommer schlüpfen Schmetterlinge aus den Puppen, deren Grundfarbe Schwarz ist verziert mit weißen Bändern und gelblichen Flecken. Die Geschlechter sind dagegen nahezu gleich.

Saison-Dimorphismus
Spricht man bei vielen Vogelarten, bei denen sich die Geschlechter unterscheiden, von Sexual-Dimorphismus, so handelt es sich beim Ländkärtchen, das zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich gefärbt ist, von Saison-Dimorphismus. Je nach Saison sehen die Schmetterlinge also anders aus. Gesteuert wird der Saison-Dimorphismus von der Tageslichtdauer während der Puppenruhe, die Temperatur scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen. Aus Puppen, die sich im Winter mit weniger langem Tageslicht entwickeln, schlüpft ein Falter der gelb-braunen Frühjahrsgeneration. Die langen Tage im Sommer lassen schwarze Falter entstehen. Dieser Zusammenhang wurde erst 1955 herausgefunden. Schon 1829 wurde durch Zuchtversuche nachgewiesen, dass es sich tatsächlich um eine biologische Art mit zwei verschieden aussehenden Generationen handelt.
Die Sommergeneration ist übrigens wesentlich zahlreicher als die Frühjahrsgeneration, bei der die Winterverluste (Puppen werden durch Pilze zerstört, von Vögeln gefressen) groß sind. Die stark geaderte Zeichnung Flügelunterseiten gibt dem Landkärtchen seinen Namen.

Wann und wo?
Ab Mitte April schlüpfen die Frühjahrs-Landkärtchen und sind dann bis etwa Mitte Juni an Waldrändern, in feuchten Wäldern und Auen auf Schlehen- oder Weißdornbüschen sowie auf Sternmieren, Hahnenfuß und Sumpfdotterblumen zu finden, wo sie Nektar saugen. Die Falter der Sommergeneration sieht man von Anfang Juli bis Ende August auf vor allem auf den dann zahlreich blühenden Doldenblütlern, wie Bärenklau, Engelwurz, Wilder Möhre, aber auc andere ergiebige Nektarquellen, wie Ackerkratzdistel, Wasserdost und Goldrute werden besucht.

Zur Eiablage suchen die Weibchen schattig stehende Brennnesselbestände auf, wo sie acht bis zehn grüne Eier in Form kleiner "Eitürmchen" an die Unterseite von Brennnesselblättern legen. Solche "Eitürmchen" baut nur das Landkärtchen. Aus den Eiern schlüpfen schwarze Raupen, die zahlreiche dunkle Dornen tragen und deshalb den Raupen des Tagpfauenauges sehr ähnlich sehen. Einen wichtigen Unterschied gibt es aber. Die ausgewachsen 22 Millimeter langen Raupen tragen zwei Dornen am Kopf und sind daran gut zu erkennen. Die Raupen treten in Gruppen etwa 20 bis 30 Zentimeter unterhalb der Triebspitze auf. Sucht man Landkärtchen-Lebensräume kann  man sich an Brennnesseln orientieren, die in der Mitte kahlgefressen sind. Nur die Blätter ganz oben und unten bleiben stehen.

Wer Landkärtchen in seinen Garten locken will, sollte an halbschattigen Standorten Brennnesseln stehen lassen. Da die Falter keine langen Strecken zurück legen, hat man an den schönen Fliegern viel Freude, wenn man auch für Nektarquellen sorgt.

Thomas Griesohn-Pflieger


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Wer schreibt für MINOX Naturgenuss?

Thomas Griesohn-Pflieger (geb. 1954) ist ein in Vogelkundler-Kreisen bekannter Publizist aus dem Ruhrgebiet, der in Filmen, unzähligen Zeitungsbeiträgen, mehreren Büchern und schließlich als Erfinder und Chefredakteur von VÖGEL für den "schönsten Zeitvertreib der Welt" und den Naturschutz eintritt. Heute ist der Familienvater und studierte Journalist Chefredakteur vom Naturgucker Magazin, das sich der Naturbeobachtung über die Vogelwelt hinaus widmet. Als Mit-Erfinder des GermanBirdnets und Begründer des www.birdnet.de, der ältesten Plattform für Vogelbeobachtung im deutschsprachigen Internet, setzt er sich schon lange für die Zusammenarbeit der Vogel- und Naturbeobachter über die Grenzen von Organisationen ein.


Wer malt für MINOX Naturgenuss?

Nikolai Kraneis wurde in Bulgarien geboren und wuchs in Ostdeutschland und Bulgarien auf. Jedes Jahr in den Sommerferien besuchte er seine bulgarischen Großeltern. Sein Großvater malte Blumen und Landschaften in Öl, so dass es in ihrer Wohnung nach Terpentin und Leinöl roch - der Duft von frischem Öl-Gemälde.
Mit 16 Jahren hatte er die erste Kontakte mit der Ornithologie, die ihn seit dem nicht mehr loslässt. Schon als Kind zeichnet er Tiere und Karikaturen. Später studierte er Veterinärmedizin. Heute arbeitet er in Berlin als vielseitiger Grafiker und Illustrator.



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