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Komm lieber Mai und mache ...

... die Bäume wieder grün. Dieses Lied geht mir durch den Kopf, als ich für diese Ausgabe des Revierkalenders meine Bilddatenbank nach passenden Motiven durchstöbere.

Im Feldrevier
Osterfeuer im Schneetreiben und Störche sowie Kraniche, die durch eine weiße Landschaft stolzieren – dies sind nur zwei der Bilder die ich noch aus dem Jahr 2013 im Kopf habe, während ich diesen Text über den Wonnemonat Mai verfasse. Und dieses Jahr? Laufende Beregnungen auf den Feldern bereits im März, Rapsblüte Anfang April und Insekten allerorten:

Wenn der Blick über das Feldrevier schweift, begeistern gegenwärtig die blühenden Schlehen und die Weiden unsere Augen. Überall um sie herum schwirrt es, sammeln sich Wildbienen, Hummeln und anderes Insektenvolk. Zitronenfalter und Tagpfauenaugen flattern vorbei und eine Fliege brummt vorbei. Hier fällt einem erst wieder auf, wie still das Frühjahr war, wie viele Klänge und Geräusche gefehlt haben.

Doch zurück zum Jagdbetrieb: Dort wird noch ein Pirschpfad gereinigt, hier eine Leiter aufgestellt, andernorts ein vergessener Salzleckstein erneuert. Revierarbeiten halten sich in Grenzen, das haben wir im April erledigt. Auf geht es zur Jagd!

Fegestellen waren im Vormonat wenige zu entdecken, doch wo immer wir welche fanden, wanderten diese Informationen ins Notizbuch. Jetzt planen wir unsere Ansitze dort. Früh geht es raus, begleitet von einem vielstimmigen Vogelkonzert.


Im Waldrevier
Pollenflug Mitte März, Waldbrandstufe 4 im April, ebenso Lärchenaustrieb und Blühte, die Angst vor Trockenheitsschäden in den neu gepflanzten Forstkulturen – auch könnte der Kontrast zum Vorjahr kaum größer sein.

Was offenbahrte der Gang durch das Waldrevier: Auf den Sandwegen sind vermehrt „Kinderfüße“ zu entdecken. Hier zog eine Ricke mit Kitz, an anderer Stelle zwei Bachen mit ihren Frischlingen. Vor dem Fuchsbau tauchen spielenden Welpen auf und das erste Rotkalb des Jahres konnten wir auch schon beobachten.

In diese großen Kinderstuben und das kollektive Aufatmen einzugreifen, mag man ja gar nicht tun. Und doch werden wir auch diesen Mai für das erste große Jagdintervall des Jahres nutzen, ja, nutzen müssen. Rotschmalspießer und -tiere haben wir ebenso auf dem Zettel, wie Böcke und Schmalrehe, Damschmalspießer und -tiere sowie Frischlinge. Vielleicht fällt auch noch der ein oder andere Überläufer – aber nur mit größter Vorsicht.  

So, der Text ist verfasst, nun zieht es mich erneut raus. Im Wald scheint das Vogelkonzert jetzt noch vielstimmiger zu sein, als im Feld. Schon das allein lohnt den ersten Ansitz im Mai, der zudem mit giftgrünen, jungen Nadeltrieben und Blättern prahlt. Ja, er macht die Bäume wieder grün, der liebe Mai. Dankeschön ...

Peter Burkhardt



Wer schreibt für MINOX Jagd?

Peter Burkhardt ist freier Journalist, Naturfotograf und leidenschaftlicher Jäger. Immer wieder finden sich von ihm Artikel und/oder Foto in der Tages- und Jagdpresse. Er verfasste bereits alleine zwei Bücher („Ein Jahr im Rotwildrevier“, „Das Waldrevier“) und schrieb gemeinsam mit dem Wildbiologen Andreas David das Werk „Jagen für Jungjäger“. Peter Burkhardt bietet Revierberatungen für Waldrevieren mit Schwerpunkt Schalenwild an und ist ein häufig gebuchter Referent, z.B. für Hochwildring-Versammlungen.

Der Jagd stets verbunden, bildet er seit über zehn Jahren Jungjägerinnen und -jäger aus. Zudem ist er seit fünf Jahren in einer Jägerprüfungskommission tätig. Die Förderung jagdlichen Nachwuchses liegt ihm besonders am Herzen.

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